13. April 2010

Die Höhen und Tiefen of Destiny

Jetzt mal was von meiner melancholischen Seite. Auf mehrere Jahre zurückblickend durfte ich einen recht eigenartigen Verlauf der Entwicklung meiner Stimmung beobachten. Und zwar scheint diese Entwicklung nach einem Muster zu folgen, das sich regelrecht wiederholt. Höhen und Tiefen also, die Gründe lass ich außen vor. Vielmehr interessiert es mich, dass sich im Verlauf dieses “Stimmungskurses” (Haha, abgeleitet vom Aktienkurs) anscheinend immer wieder Gründe finden ließen, die für diese Höhen und Tiefen verantwortlich waren, immer zu einem bestimmten Zeitraum.

Und um mir diesen Zeitraum einfach mal selber zu verdeutlichen, hab ich auch gleich den passenden Graphen (ja, ich hab den Graphen-Editor auf einer “Kinder-Website” gefunden, aber wofür brauchen Kinder solche schicken Graphen?) dazu erstellt. Gibt ja immerhin nichts Cooleres als Daten anhand einer steigenden/sinkenden Linie zu verdeutlichen, hab ich mir jedenfalls gedacht.

Jasses, ihr denkt grad sicher echt, dass ich ‘nen Schaden hab — solltet ihr überhaupt bis hierhin gelesen haben. Nein nein nein, ich nehm das alles recht gelassen und schreibe ja auch immerhin darüber, da ich dieses Stimmungsraster entdeckt habe und nun dagegen vorgehen kann. Das ist so als wäre ich in einem Psycho-Thriller die Hauptrolle, die eine von sich gegen sich selbst geschmiedete Verschwörung aufdeckt — Bullshit. Um mal nur einen Knackpunkt im Verlauf dieses Graphen zu nennen: im Zeitraum von September bis November ’09 war ich neben anderen Dingen im totalen Ausbildungsplatz-suchen-Rausch, denn “der frühe Vogel fängt den Wurm oder so” dachte ich mir.

Da gibts ne tolle Geschichte zu: mit dem Ziel, unbedingt einen Platz als Mediengestalter zu bekommen, legte ich los und schaute mich nach Unternehmen im Umkreis von erstmal 50km um. 12 Unternehmen, die mir nach meinen kleinen Recherchen auf Anhieb gefielen, wurden von mir angeschrieben. Unter diesen 12 Unternehmen mussten mir zwei schon nach kurzer Zeit eine Absage erteilen. Nach etwas längerer Zeit erreichte mich dann eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch von gerade dem Unternehmen, das für mich eine Art Favorit und Ziel darstellte. Also dann, natürlich bin ich dort auch erschienen, war anschließend aber Überzeugt, dass mir meine Anspannung in der ganzen Sache einen dicken Strich durch die Rechnung machen durfte. Danach war es lange still. Von den anderen neun Unternehmen war sogar gar nichts zu hören. Man hätte auch Bescheid geben können, dass Kapazitäten in Sachen Personal erreicht sind oder dass erst zu einem späteren Zeitpunkt Azubis suchen. Einige von ihnen hatten sogar jetzt im Frühjahr Stellenanzeigen!

Aber jetzt mal einige Gründe, warum der Stimmungskurs im Zeitraum von Mitte Oktober bis Mitte Dezember sein Hoch erreichen durfte: es war ne gute Zeit für mich. Ich hatte Geburtstag (ja ich freue mich über das Älterwerden), die Schule warf in einigen Kursen immer mehr Punkte für mich ab (was sich bis heute auch eigentlich nicht geändert hat, ha!) und dann war da noch plötzlich der zugesagte Ausbildungsplatz (no way?!). Die kam natürlich völlig unerwartet, denn das einzige worum ich mir an dem Tag Sorgen gemacht hab als ich nach Hause kam war, was es denn wohl zu Essen gibt. Aber aber… der darauffolgende Motivationsschub war unermesslich und ich fühlte mich auch unaufhaltsam, jedenfalls für eine kurze Zeit. Die Gründe für die jeweiligen Tiefpunkte erläutere ich einfach mal nicht.

Vor einigen Tagen war ich mit meinem Bruder essen. Ja, wir sind Brüder, das macht uns auch irgendwie zu Kumpels. Und Kumpels gehen auch mal essen. Dann fängt er plötzlich an über Schicksal usw. zu reden, dass er niemals seine Freundin kennengelernt hätte, wenn man von seiner Bewerbung an ein gewisses Amt nicht auch in einem anderen Zuständigkeitsbereich Wind bekommen hätte. Ich konterte mit meiner “ein Vorstellungsgespräch – eine Zusage”-Erfolgsquote, so verdammt arrogant es sich auch angehört hat, ich meinte es nicht so und wollte eigentlich auch nur rumspinnen. Aber was ist wenn es doch soetwas wie Schicksal gibt? Gibt es Momente, so klein sie auch sind(!), die unser Leben bessern können? Wenn ja, dann soll mir jemand beibringen diese Momente zu erkennen. Falsche Entscheidungen werden uns immer erst im Nachhinein bewusst.

Gute Nacht.

(ja, der Inhalt des Artikels beruht auf wahren Begebenheiten, wurde aber durch stellenweise unterschwelligen Sarkasmus etc. etwas aufgemöbelt — still a true story!)

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