06. April 2010

Tödliches Kommando – The Hurt Locker

The Hurt Locker

The Hurt Locker, von der Erfolgsregisseurin Kathryn Bigelow, war bei der letzten Verleihung der Academy Awards für ganze neun Oscars nominiert und war somit auch gleich der schärfste Konkurrent von James Cameron’s Avatar, welcher für sechs Oscars nominiert war. Doch dem noch nicht genüge getan, stand James Cameron somit auch seiner Ex-Frau Kathryn Bigelow in einem Kampf um die meisten Oscars gegenüber. Während The Hurt Locker sechs Oscars abstauben konnte, musste Avatar mit seinen drei gewonnen Oscars das Feld räumen. Doch kann The Hurt Locker wirklich überzeugen? Sind die neun Oscar-Nominierungen gerechtfertigt oder handelt es sich hier um einen Kriegsfilm, der nur was für eingefleischte Patrioten ist?

Hölle und Alptraum, Adrenalinrausch und Abenteuer? Der Krieg hat viele Gesichter.

Der Film beginnt in Baghdad mit dem Einsatz eines Bombenentschärfungskommandos, bestehend aus Sergeant Thompson, Sergeant Sanborn und Specialist Eldridge. Als Thompson bei jenem Einsatz ums Leben kommt, müssen Sanborn und Eldridge die restlichen 38 Tage bis zu ihrer Ablösung mit Staff Sergeant William James auskommen, welcher bereits über 700 Bombenentschärfungen auf sein Konto zählt, aber nicht gerade ein Freund von Teamplay ist und einen risikoreichen Alleingang nach dem Anderen startet.

Bereits in der ersten Szene des Films wird klar, dass dieser Film eine sehr spannende und vor allem realistische Art aufgreift, um die Story voranzutreiben. Nennen wir diese Art einfach mal den “lasst es passieren”-Moment. Ein sehr gutes Beispiel für diesen Moment ist die Landung in der Normandie aus Steven Spielberg’s “Der Soldat James Ryan”. Der Zuschauer ist hier nicht Zeuge einer Geschichte, die erzählt wird (und somit berechenbar wird), sondern er wird mit einem Druck des realen konfrontiert, was ihn zu Gedanken wie “das passiert jetzt in diesem Moment irgendwo auf der Welt” treibt. Der Film besteht eigentlich nur aus diesen Momenten, was mich wirklich immer tiefer in den Bann des Films ziehen konnte.

Der Film führt seine Zuschauer in knapp zwei Stunden quer durch die irakische Hauptstadt sowie die umliegenden Wüste. Recht hektisch und oft begleitet durch das verwackelte Kamerabild verfolgt man einen Einsatz nach dem anderen. Auch hier bleiben sätmliche Szenen kommentarlos. Zum Glück, denn ich bilde mir lieber selbst meine Gedanken zu einer Szene. Die Truppen der US-Streitkräfte selbst werden in diesem Film keineswegs als Helden gefeiert und Politik sucht der Zuschauer in der Wüste des Iraks vergeblich. Selbst Söldnertruppen einer Privatfirma, die ebenfalls teilweise im Film vertreten sind, werden nur indirekt kritisiert, sodass auch hier der Zuschauer sich seine Meinung selbst bilden muss.

BluRay-Tauglichkeit

Das Cover protzt mit den verliehenen Oscars

Die BluRay-Technologie ist ja endlich auf dem Vormarsch, die Abteilungen in den Elektroni-Fachmärkten werden immer größer und die meisten Filme sind bereits unter 20 EUR zu kriegen. The Hurt Locker konnte ich beim Media Markt für 12,90 EUR erwerbeb, während Amazon.de dasselbe Produkt für genau 12,89 EUR anbot (Preise haben sich bereits wieder geändert). Für einen sechsfachen Oscar-Gewinner ist das ein wahres Schnäppchen! Der Film hat eine Laufzeit von ca. 131 Minuten und ist in 15 Kapitel unterteilt. Zu den Extras auf der BluRay-Disc gehören die deutschen sowie Original-Kinotrailer, Interviews mit den Darstellern und zwei Features mit Blicken hinter die Kulissen. Die Extras umfassen insgesamt eine Laufzeit von ca. 38 Minuten.

Bild und Ton sind natürlich exzellent. Das Bild nutzt bei einem Seitenverhältnis von 16:9 (und nicht den bei Kinofilmen üblichen 21:9) die Full-HD-Auflösung von 1080p voll aus. Realistische und schöne Farben sowie Kontraste sind im Verbund mit dem scharfen Bild immer gegeben, nur bei einem verwackelten Bild kann es vorkommen, dass es etwas weicher wirkt, was aber nicht weiter stört. Bei mit einer Highspeed-Kamera aufgenommenen Szene, in der die Druckwelle einer Explosion verdeutlicht werden soll, freut man sich wie ein kleines Kind über die schärfe des Bildes – Staubkörner zählen! Selbiges gilt für den Ton, egal für welche Tonspur man sich entschließt. Leider konnte ich den DTS-HD Master Audio in 5.1 nicht voll ausnutzen, da ich nur einfachen 2.1-Sound hier zur Verfügung habe, aber auch hier war genau das laut, was auch laut sein soll. Eine einheitliche Lautstärke sucht man hier vergebens, ein satter Bass erfüllt natürlich seinen Soll.

Fazit

Was als Independent-Film vorgelegt wurde, entpuppt sich als Meisterwerk. Die sechs Oscars für beste Regie, beste Bearbeitung, besten Sound, beste Sound-Bearbeitung, besten Film des Jahres sowie bestes Drehbuch sind mehr als gerechtfertigt. Ein packend intensiver Kriegsthriller über den gefährlichsten Job der Welt für 17,95 EUR (Amazon.de Preis vom 06.04.2010), den man nicht verpassen sollte, wenn man Wert auf Action, Spannung und überaus gute Inszenierung legt.

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