Remakes guter, alter Klassiker sind ja eher rar gesät und wer sagt auch, dass ein Remake nicht eine riesige Enttäuschung sein kann? Die Leute von Capcom wagen den Schritt indem sie das alte “Bionic Commando”-Franchise wieder zum Leben erwecken. Bevor aber das wirkliche Remake in schicker Optik auf den Markt kommt, gibt es vorher noch ein kleines Remake des Titels von 1987 spendiert – in schicker “2.5D”-Pracht.
20 Jahre nach der Veröffentlichung des 8-Bit-Klassikers “Bionic Commando” bringt Capcom mit “Bionic Commando Rearmed” quasi dasselbe Spiel in einer aufgebohrten “2.5D”-Optik, heißt, dass zwar alles in schicker 3D-Pracht gehalten ist, gespielt wird aber auschließlich von links nach rechts oder – je nach Mission – von unten nach oben. Mit Bionic Commando Rearmed bekommt man also einen soliden Side-Scroller in 3D.
Die Story von BCR ist kurz und bündig. Der Spieler übernimmt die Rolle des bionischen Elite-Soldaten Nathan “R.A.D.” Spencer, dessen Aufgabe es ist, die Pläne des Bösewichten Generalissimo Killt, eine neue Superwaffe fertigzustellen, zu vereiteln. Dabei kann der Held Spencer zur Hilfe auf fortschrittliche Technologie zurückgreifen, also neben den konservativen Schießeisen. Spencer hat nämlich nur einen Arm, der andere wurde durch einen abschussbereiten Greifhaken ersetzt, mit dem man sich rasch von A nach B schwingen kann, sofern es das Leveldesign und die etwas unglückliche Steuerung überhaupt erlaubt. Daher dachten sich die Entwickler sicher, dass eine Spring-Funktion für den Helden sinnlos wäre(!). Daher habe ich schon unzählige Momente erlebt, in denen ich den “Greifer” nicht rechtzeitig einsetzen konnte und deshalb im Kugelhagel oder Wasser landete, was den Helden Spencer auch zugleich in die ewigen Jagdgründe schickt. Das hätte man auch anders lösen können?!
Das etwas schwere Leveldesign in Kombination mit der harkeligen Steuerung (ich spiele übrigens mit einem Gamepad) hat mich bereits davon abgehalten, die erste Mission zu absolvieren. Zum Trost spendiert das Spiel allerdings noch einige Multiplayer-Modi, die es einem u.a. erlauben, sich mit einem Freund am selben PC bzw. an der selben Konsole durch die Levels zu schwingen. Zudem kommen noch die sogenannten “Challenge Räume” hinzu, in denen es gilt, so schnell wie möglich das Ende des Hindernisparcours zu erreichen und somit in die Online-Bestenlisten zu gelangen.
Fazit: der Trailer und die sonst positiven Meinungen von namenhaften Magazinen hatten mich wirklich überzeugt, die $14.99 (ca. 10€) für den Download dieses Arcade-Shooters auszugeben, was für eine Verschwendung! Der Schwierigkeitsgrad der Gegner ist noch erträglich, aber die Steuerung hält mich derzeit wirklich davon ab, das Spiel wieder zu starten. An den Multiplayer konnte ich mich noch nicht heranwagen, sollte wegen der hakeligen Steuerung aber auch keine Pluspunkte mehr bei mir sammeln können. Solltet ihr Besitzer einer PS3 (9,99€) oder XBox360 (800 MS-Points) sein, könnt ihr euch den Titel ruhig anschauen, ich bezweifle aber, dass die Steuerung auf den Konsolen “flüssiger” ist.
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