16. Juli 2007

Der neue Lebensabschnitt

Der “neue Lebensabschnitt”, so hat es der Bürgermeister Aurichs immer wieder bei unserem Abschlussball am 7. Juli betont. Und ja, Recht hatte er, denn am heutigen Tag fühlte ich mich bei der Einschulung des Fachgymnasium Aurichs schon ganz anders… glaube ich.

Wenn man schon voll im Ferien-Rythmus ist und dann auf einmal um 6.30 Uhr wieder aus dem Bett hüpfen muss, um sich bei der neuen Schule einschulen zu lassen, kann der Tag nur noch mit einem kräftigen Schluck Kaffee auf Vordermann gebracht werden. Nur zu dumm, dass mir das Zeug nicht schmeckt. Und auch wenn die Augen gerne zufallen würden, hilft wohl doch nur die eigene Willenskraft.Ausgerüstet mit Rucksack, MP3-Player und Reste vom Frühstück zwischen den Zähnen machte ich mich auf dem Weg zur naheliegenden Bushaltestelle – zu Fuß. Auf dem Weg begegneten mir noch eine handvoll Touristen, die samt Koffer am Straßenrand auf den schon anrollenden Reisebus warteten. Schon lustig ein typisch-ostfriesisches “moin!”, mit dem man mich grüßte, von einem original Bayer in Lederhosen zu hören.An meiner Bushaltestelle angekommen, stoch mir der mürrische Blick eines kleinen Jungen genau ins Auge. Dieser berichtete seinem Kumpel voller Stolz, wie sehr er wieder sein Leben bei einer Schlägerei aufs Spiel gesetzt habe und zeigte dabei noch ganz heldenhaft auf eine Verletzung, die von einem Stacheldraht verursacht worden war. Wie auch immer…
Natürlich war es irgendwann mal genug mit den heroischen Sprüchen und Gesten – und genau in dem Moment erlöste mich der an der Haltestelle haltende Bus, in dem ich wieder durch unzählige Blicke durchbohrt wurde, so als hätte ich einen 100er im Gesicht hängen. Da half nur ein böser Blick in Kombination mit einem gekonnten Manöver, mit dem ich mich auf einen Sitzplatz schwung. Ein Glück, dass mich meine Lieblingsbands Maxïmo Park, Arctic Monkeys und die Red Hot Chili Peppers in Form von digitalen Klängen die Busfahrt über begleiteten, die auch pünktlich um 8.18 Uhr am Busbahnhof der Stadt Aurich ein Ende fand.

Als erstes nahm ich Platz auf einer Bank am Busbahnhof und schaute einmal um mich. Wow, war ich denn wirklich der Einzige, der wegen einem Bus dort saß? So kam es mir jedenfalls zwischen den vielen Leuten vor, die entweder nichts zu tun hatten oder vielleicht doch auf einen Bus warteten. Naja, lange musste ich mich mit solchen Gedanken nicht abfinden, denn nach knappen 7 Minuten kam auch schon der nächste Bus, der mich zum nicht weit entfernten Schulzentrum bringen sollte. Und als ich auch dort an der schuleigenen Haltestelle ausstieg, waren es nur noch wenige Meter bis der 70er Jahre Plattenbau sich vor meinen Füßen erstreckte – die Schule. Aber Außen pfui – Innen hui? Von wegen! Als ich durch den Eingang trat, empfing mich ein langer dunkler Flur, der nicht wegen mangelndem Licht so dunkel wirkte – sondern eher durch die schultypischen Farben.
Aber nichts von diesen kleinen Mängeln hielt mich davon ab, die Sache durchzuziehen. So stand ich nicht wenige Minuten später vor der verschlossenen Tür des Raums 217, denn es waren noch gute 20 Minuten bis 9.00 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem ich zur Einschulung erscheinen sollte. Glücklicherweise dauerte es auch nicht lange, bis ich die ersten bekannten Gesichter von der guten, alten Realschulzeit sah. Und das war es dann auch schon…
Als wir in dem mittlerweile aufgeschlossenen Raum Platz nahmen, füllte er sich auch langsam. Ganze 42 Personen befanden sich nun in dem immer kleiner werdenden Raum. 40 Jungen und 2 Mädchen. Ich hab mich natürlich gefragt, wo all die anderen Mädchen abgeblieben sind, aber die Frage war auch schon nach kurzer Zeit beantwortet: Fachgymnasium Ökotrophologie. Ein schweres Wort, hinter dem sich das harmlose Wort Ernährungswissenschaften versteckte.
Als nach ungefähr 1 Stunde und 15 Minuten alle Formalitäten wie z.B. die Pflichtwahl einer AG und einigen Infos zum ersten Schultag am 30. August, wurden wir noch einmal kurz durch den Gebäudetrakt geführt, in dem wir untergebracht sein werden. Danach wurden wir entlassen und konnten frohen Mutes die Heimreise antreten, was für mich ungefähr eine einstündige Busfahrt (inkl. Wartezeit) mit schlechter Luft bedeutete, denn es war im Laufe des Tages ziemlich warm geworden.

Als ich daheim ankam, überlegte ich mir, nicht etwas über diesen Tag zu bloggen. Und ich dachte, ich könnte nicht soviel über diesen einen Tag schreiben.

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